Kunsthaus Jesteburg e. V.

Kunsthaus Jesteburg
Hauptstraße 37
21266 Jesteburg
Telefon: 04183 – 776747

info@kunstwochejesteburg.de | www.kunsthaus-jesteburg.de

Arbeiten von Daniel Josefsohn und Malte Urbschat



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Foto: Kunsthaus Jesteburg, Ausstellungsansicht Anna Steinert, Foto: Anna Steinert

Das Kunsthaus Jesteburg wird seit 2006 vom Verein Kunstwoche Jesteburg e.V. bespielt. Mit einem Fokus auf das Schaffen junger Zeitgenossen werden im Kunsthaus Jesteburg in wechselnden Gruppen- und Einzelausstellungen künstlerische Positionen von überregionaler Bedeutung präsentiert. Ziel des Vereins ist es, Kunstproduktion in Form von Ausstellungen zu fördern und die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst zu betonen.
In seinem durchgängigen Jahresprogramm, das nur durch Phasen des Ausstellungsaufbaus unterbrochen wird, präsentiert das Kunsthaus Jesteburg vier Haupt- und zwei Sonderausstellunen. Letztere haben eine kürzere Laufzeit von maximal zwei Wochen und bieten jeweils eine Plattform für regionale, künstlerische Aktivitäten sowie für das Vermittlungsprogramm für Kinder und Jungedliche des Vereins.
Dank enger Kooperation mit lokalen Bildungsträgern und Vereinen ist das Kunsthaus Jesteburg auf einem guten Weg, sich gleichermaßen als Ort für junge Kunst und deren aktiver, kreativer Vermittlung zu etablieren.
Filmprogramme, dialogische Führungen, Lesungen und Vorträge, ergänzen das Ausstellungsprogramm des Kunsthaus Jesteburg und betonen den programmatisch festgeschriebenen Vermittlungsauftrag des Vereins Kunstwoche Jesteburg e.V

Viten

Daniel Josefsohn

Daniel Josefsohn arbeitet seit 1995 als freischaffender Fotograf und ist seither für zahlreiche Magazine wie Die Zeit, das Magazin der Süddeutschen Zeitung, Jetzt!, Brand Eins oder Monopol tätig gewesen. Seit 2014 ist Josefsohns Fotokolumne „Am Leben“ regelmäßig im Zeit-Magazin zu lesen und zu betrachten.

Für die Serie „Jewing Gun“ portraitierte der Fotograf junge israelische Soldatinnen – die Fotografien sind geprägt vom Kontrast zwischen der Einheitlichkeit der Uniformen und der Individualität der persönlichen Accessoires der Frauen. Bei flüchtiger Betrachtung mögen die Aufnahmen zunächst wie eine Modestrecke, entsprechend einer westlichen Magazin-Ästhetik erscheinen, aber tatsächlich portraitiert Josefsohn in seiner Serie Menschen, die es sich trotz Uniformierung nicht nehmen lassen, ihrem Äußeren einen selbstbestimmten, individuellen Ausdruck zu verleihen und sich in diesem Streben kein bisschen von uns und unseren Nachbarn unterscheiden.

In Daniel Josefsohns Fotografien, Kurzfilmen oder Objekten verdichten sich eine Vielzahl von visuellen Einflüssen und Informationen zu einer zentralen Botschaft. Alle Arbeiten sind das Ergebnis meist spontaner, intuitiver Ideen und Affekte. Sie entstehen ohne strenge Vorgaben oder minutiöse Choreografien im Prozess selbst und sind oftmals das impulsive Ergebnis konkreter, durchlebter Situationen. Die Bildsprache Daniel Josefsohns wirkt schon lange prägend auf unser visuelles Umfeld und ist somit Teil unseres kollektiven Gedächtnisses.

Malte Urbschat

Malte Urbschats Werk spiegelt die Auseinandersetzung mit kulturellen Mythen, verschwörerischen Theorien und vermeintlichen Wahrheiten wider. Sein künstlerischer Ursprung liegt in der Zeichnung und ihrer Übersetzung in den Raum. Das Material für seine Collagen, Skulpturen und Installationen bezieht der Künstler aus der Alltagswelt. Seit mehreren Jahren beschäftigt er sich in seinen künstlerischen Arbeiten mit Grenzphänomenen zwischen Kunst und Wissenschaft, „Krankheit“ und „Gesundheit“ sowie der Schnittstelle zwischen subjektiver Erfahrung und normativem Denken.

Mittels der Medien Installation und Skulptur visualisiert er die Auswüchse und Ausfälle menschlicher Vorstellungswelten vor dem Hintergrund eines berufsdominierten Alltagslebens (Wenn es vom Himmel in meinen Kopf tropft, Einzelausstellung ph projects, 2011). Ihn interessieren psychische Erkrankungen wie Borderline (My Way, 2006) als auch neurologische Phänomene wie Migräne mit Aura (Migräne Mobile, Kunstverein Braunschweig, 2005), deren diagnostische Geschichte und Symptomatik bis heute uneindeutig ist (Die wilde Hilde, eine Installation zu Hildegard von Bingen, Kunstverein Braunschweig, 2005).

Seine modellhaften Entwürfe bilden eigene Bezugssysteme und fordern assoziative Vernetzungen von den Betrachterinnen und Betrachtern. Seit Beginn seiner Kunstpraxis erforscht Urbschat Überwachungssysteme (Das Aldi-Prinzip, 2005; Die Security-Mann-Falle, 2005; Watching U, Watching Me, Kunstverein Hamburg, 2003) und technologische Waffensystemen, deren futuristische Dimension dadurch überschattet wird, dass sie längst in verschiedenen Bereichen angewandt werden (Smart Dust, 2008; The Sheriff Project, 2008-2010, HAARP Project I+II, Kunstverein Bonn 2008). Lamettafäden, Glitter, Sandpapiere, Nagellack, Drahtgewebe, Fundsachen und die unterschiedlichsten Zivilisationsresiduen sind elementare Bestandteile seiner raumgreifenden Installationen, in denen er Informationen und Ereignissen auf seine eigene Weise nachspürt und eine gesteigerte Wahrnehmung provoziert.