Oldenburger Kunstverein

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Arbeiten von John Bock



Innerhalb der Kulturinstitutionen in Deutschland profilieren sich die Kunstvereine am schärfsten mit der Förderung junger Künstlerinnen und Künstler durch die Ermöglichung einer ersten größeren Einzelausstellung. Die Unabhängigkeit der Kunstvereine bietet dabei die Chance, Ungewohntes und Experimentelles zu zeigen. Neuste Tendenzen der Gegenwartskunst sind ungesichert, ihre Bedeutung bewahrheitet sich mit zeitlichem Abstand.

Ein Beispiel für diese konzeptionelle Ausrichtung des Oldenburger Kunstvereins ist die Aktion SALTIMBOCCA von John Bock im Jahr 2002. Für diese Performance hat der heute in Berlin lebende Künstler eine dreieckige Tribüne bauen lassen, auf der das Publikum erwartungsvoll Platz nahm, vor sich ein Stapel Spanplatten, den man für die Bühne halten konnte. Völlig überraschend verkehrte sich dann die theatralische Konstellation und das Publikum wurde Bestandteil der künstlerischen Aktion. Die Betrachter unterlagen der Willkür des Künstlers, der die unfreiwillig Freiwilligen wahlweise salbte oder malträtierte – mit allen dazwischen liegenden Abstufungen.
John Bock kann in seinen opulenten Performances alles mit allem verknüpfen, er kann auf alles, was in der heutigen Welt verfügbar ist, verweisen, es beschwören und verkörpern. Die gesamte Geschichte der Performance seit den sechziger Jahren mit ihren Vorläufern im Futurismus und Dadaismus scheint in seinen Performances aufgehoben. John Bock nennt seine Performances „Vorträge“ und vergrößert damit ein weiteres Mal das Spektrum der Bezüge um den Aspekt des philosophisch-wissenschaftlichen Sprechens und der experimentellen Versuchsanordnung. Die Relikte, Aufbauten, Materialien, Kleidungsstücke, alle Arten von Hinterlassenschaften der Performance selbst bildeten die Ausstellung im Oldenburger Kunstverein im Jahr 2002.
Auf dem Bremer Kunstfrühling 2014 wird der semidokumentarische Videofilm von 2002 mit neueren Filmarbeiten von John Bock ergänzt, die auch die zunehmende Bedeutung des Mediums im Werk des Künstlers belegen und ermöglichen, die Entwicklung des Künstlers nachzuverfolgen.
 
John Bock, geboren 1965, hat an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg studiert und lebt in Berlin. Er hat eine Professur für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.